Ihagee – Vom Handelsunternehmen zum innovativen Kamerahersteller

Ihagee – Vom Handelsunternehmen zum innovativen Kamerahersteller

Die Firma Ihagee gehört zu den prägenden Namen der Dresdner Kameraindustrie. Ihre Geschichte steht beispielhaft für den Aufstieg Dresdens zu einem der weltweit bedeutendsten Zentren feinmechanisch-optischer Industrie – ebenso wie für die Brüche und Umbrüche des 20. Jahrhunderts. Besonders mit der Marke Exakta setzte Ihagee technische Maßstäbe, deren Einfluss bis heute spürbar ist.

Gründung und Aufbauphase

Gegründet wurde die Ihagee 1912 in Dresden durch den aus den Niederlanden stammenden Kaufmann Johann Steenbergen. Der Firmenname leitete sich von der ursprünglichen Bezeichnung Industrie- und Handelsgesellschaft ab. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg begann das Unternehmen mit der Fertigung fotografischer Apparate, zunächst vor allem einfacher Plattenkameras (meist im Format 9 x 12 cm). Als Besonderheit der frühen Produktionsphase kann die für damalige Verhältnisse besonders kompakte Plattenkamera „Mikrobie“ im Format im Format 4,5 x 6 cm benannt werden (ähnliches Prinzip wie Hüttig/Ica „Atom“). Hervorzuheben ist der „Luminax“-Vergrößerer (1918), der als Ansatz an Plattenkameras montiert wurde.

Konsolidierung und Erweiterung der Produktpalette nach dem 1. Weltkrieg

Nach einer wirtschaftlichen Schieflage zum Ende des Krieges und einer hieraus resultierenden Neugründung entwickelte sich Ihagee in den 1920er-Jahren zu einem international anerkannten Kamerahersteller. Die Produktpalette wurde systematisch ausgebaut und umfasste nun eine Vielfalt verschiedenster Bauarten und Formate. Viele Modelle boten wurden in mannigfaltigen Objektiv- und Verschlussvariationen angeboten, was die Kameras flexibel einsetzbar machte. Der Export – insbesondere nach Westeuropa und in die USA – gewann zunehmend an Bedeutung.

Neben Platten- und Rollfilmkameras in klassischer Bauweise sollen nur einige Besonderheiten dieser Epoche exemplarisch benannt sein:

  • Paff-Reflex (ab 1921): einfache Boxkamera mit Lichtschachtsucher und Mattscheibenfokussierung war die erste Spiegelreflexkamera der Ihagee; Ausführung für Rollfilm (Roll-Paff-Reflex) und Platten (Plan-Paff-Reflex)
  • Ihagee Neugold (ab 1923): hochwertige (und hochpreisige) Laufbodenkameras aus Messing und Tropenholz für Platten in den Formaten 6.5 x 9cm, 9 x1 2cm und 10 x 15cm
  • Patent Klapp-Reflex (ab 1924): kompakte, weil klappbare, Spiegelreflexkamera im Plattenformat 6,5 x 9 cm mit schnellem Tuchschlitzverschluss (max. 1/1000 sec.), gedacht für den professionellen Fotografen
  • Zweiverschluss Duplex (ab 1927): Laufbodenkamera mit Zentralverschluss (auf Objektivstandarte) und Tuchschlitzverschluss (auf Fokalebene) in den Formaten 6.5 x 9 cm, 9 x 12 cm und 10×15 cm; Bildformat horizontal
  • Parvola (ab 1936): kleine Sucherkamera für den 127er Film in den Formaten 3 x 4 cm, 4 x 6,5 cm sowie als Zweiformatausführung, die beide Bildgrößen ermöglicht
  • Exakta (ab 1933) und Kine-Exakta (ab 1936)
Roll-Paff-Reflex von 1921 – zeitgenössiger Katalogausschnitt (für US-Markt)
Neben Kameras stellte Ihagee fotografisches Zubehör verschiedenster Art her; u.a. Beleuchtungsaufsätze der Marke „Lumimax“, mit denen herkömmliche Laufbodenkameras zu Vergrößerungsgeräten umgewandelt wurden. [Abb. zeigt Titelseite eines Werbeprospekts der Ihagee]

Die ersten Exaktas: Spiegelreflex für 127er Rollfilm

Bereits vor der legendären Kleinbild-Exakta experimentierte Ihagee mit einäugigen Spiegelreflexkameras für Rollfilm. 1933 erschien die Exakta, ausgelegt für den 127er Rollfilm (Negativformat ca. 4×6,5 cm). Aufgrund des verwendeten Films wird die Kamera gerne als Vest Pocket Exakta oder Exakta VP bezeichnet in Abgrenzung zur später erschienenen Kine-Exakta für das Kleinbildformat. Wir möchten uns im Folgenden ebenfalls dieser Bezeichnung bedienen – wissend, dass diese nicht der zeitgenössigen Namensgebung entspricht.

Exakta (VP) Modell B von 1937 aus dem Bestand des Sächsischen Kameramuseums

Die Exakta VP verfügte bereits über:

  • einen Schwingspiegel zur exakten Bildkontrolle
  • einen Lichtschachtsucher
  • Wechselobjektive
  • eine für die Zeit erstaunlich kompakte Bauform

Die Vest Pocket Exakta richtete sich an ambitionierte Amateure und professionelle Fotografen. Sie bildete einen wichtigen technologischen Zwischenschritt. Viele konstruktive Lösungen – etwa der grundsätzliche Aufbau des Spiegelkastens – fanden später Eingang in die Kleinbild-Exakta. Ihagee sammelte hier entscheidende Erfahrungen im Bau serienreifer SLR-Kameras.

Der Durchbruch: Die Kine-Exakta und der Beginn der Spiegelreflexära im Kleinbild

Der entscheidende Wendepunkt in der Firmengeschichte kam 1936 mit der Vorstellung der Kine Exakta. Sie gilt als erste serienmäßig produzierte einäugige Kleinbild-Spiegelreflexkamera (SLR) der Welt. Damit betrat Ihagee technisches Neuland und beeinflusste die Kamerakonstruktion nachhaltig. Die Kine-Exakta bot bereits im Jahr 1936:

  • 35-mm-Kleinbildfilm (perforierter Kinofilm)
  • Wechselobjektive mit Bajonettanschluss
  • Reflexsucher mit Schwingspiegel
  • umfangreiche Anschlussmöglichkeiten für Spezialzubehör

Besonders Wissenschaft, Medizin und technische Fotografie profitierten von diesen Neuerungen. Gleichzeitig sprach die Exakta auch ambitionierte Amateurfotografen an, die neue gestalterische Möglichkeiten suchten (und über die notwendige Liquidität verfügten). Kleinbild-SLRs dominierten in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts weltweit das Segment der Kameras für ambitionierte Amateure und professionelle Fotografen.

Kine-Exakta in Form der sogenannten „Reparations-Exakta“ aus dem Jahr 1946 (aus Museumsbestand)

Krieg, Zerstörung und Neubeginn

Der Zweite Weltkrieg brachte die zivile Kameraproduktion erneut nahezu zum Erliegen. Die Dresdner Werke wurden bei Luftangriffen schwer beschädigt. Nach 1945 begann der mühsame Wiederaufbau unter völlig veränderten politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Ihagee wurde in Dresden als Ihagee Kamerawerk AG i. V. [in Verwaltung] weitergeführt und später in die volkseigene Industrie der DDR eingegliedert. Die unmittelbare Nachkriegsproduktion diente primär den an die sowjetische Besatzungsmacht zu liefernden Reparationsleistungen („Reparations-Exakta“). Dies führte immerhin dazu, dass die Produktionsanlagen (soweit nicht zerstört) in Dresden verblieben und eine Produktion der Kine-Exakta bereits 1945 wieder aufgenommen wurde.

Gleichzeitig entstanden in Westdeutschland separate Unternehmensstrukturen, was zu langjährigen Namens- und Markenrechtskonflikten führte.

In den 1950er-Jahren erreichte das Exakta-System seinen technischen Höhepunkt. Mit der Exakta Varex führte Ihagee ein konsequent modulares Kamerasystem ein. Wechselbare Sucher – darunter Prismensucher, Lichtschachtsucher und Spezialaufsätze – machten die Kamera für unterschiedlichste Einsatzbereiche nutzbar.

Parallel zur Exakta wurde ab 1951 die deutlich abgespeckte EXA angeboten, welche mit ihrem simplen Klappverschluss eine günstige Systemkamera für den heimischen Markt darstellte. Schnell entwickelte sich diese Kamera zu einem nachgefragten Modell, sodass 1955/56 eine Lizenzproduktion durch Rheinmetall Sömmerda erfolgte. Auch wenn die EXA kein Innovationsträger war, stellte sie nicht nur ein äußerst volumenstarkes Produkt für die Ihagee dar, sondern erfüllte eine besondere Rolle für die Versorgung des Konsumgütermarkts der DDR, der nach dem Volksaufstand von 1953 in den Fokus des Politbüros rückte. Insbesondere die Exa 1a und 1b wurden in hohen Stückzahlen produziert. 1960 wurde mit der Exa II eine weitere Produktlinie zwischen EXA 1 und Exakta platziert, die über eine schnelleren (Tuchschlitz)Verschluss als die Exa verfügte, jedoch keinen wechselbaren Sucher anbot (festes Prisma). Auch diese Kamera (einschließlich ihrer leicht modifizierten Folgemodelle) wurde bis 1969 in großen Stückzahlen gefertigt und bediente in wesentlichen Teilen den heimischen Markt der DDR bzw. der RGW-Staaten.

Späte Jahre und Bedeutungsverlust

Ab den 1960er-Jahren geriet Ihagee zunehmend unter Druck. Internationale Hersteller – insbesondere aus Japan – brachten modernere, benutzerfreundlichere Spiegelreflexkameras auf den Markt. Innerhalb der DDR erschwerten zentrale Planvorgaben, Materialengpässe und langsame Innovationszyklen die Weiterentwicklung. Es entstanden zwar weiterhin Exakta-Modelle (zuletzt 1967 die VX 1000 und VX 500), doch der technologische Vorsprung war verloren gegangen. Nennenswerte technische Innovationen erfuhren die Ihagee-Kameras ab Mitte der 1950er-Jahre nicht mehr.

Mit der Eingliederung in den VEB Pentacon verlor Ihagee 1969 seine Eigenständigkeit. 1970 endete die Produktion der Exakta VX1000/500, während die Exa 1b im VEB Pentacon bis Ende der 1980er-Jahre (zuletzt als 1c) hergestellt wurde. Ihagee steht wie kaum ein anderes Unternehmen für den Mut zur Innovation und die internationale Bedeutung der Dresdner Kameraindustrie. Die Exakta markiert einen Wendepunkt in der Fototechnik und ist bis heute ein Meilenstein der Industriegeschichte. Gleichwohl verkörpert auch kaum ein anderes Dresdner Unternehmen wie die Ihagee den Niedergang der ostdeutschen Kameraindustrie durch mangenden Innovationsschub ab den 1960er-Jahren.

Ihagee im Sächsischen Kameramuseum

Im Bestand des SKM befinden sich zahlreiche Modelle der Ihagee, sowohl aus der Vor- wie auch Nachkriegszeit. Neben Kine-Exakta (Vor- und Nachkriegsproduktion) wird die Entwicklung dieses zentralen Modells durch verschiedene Exponate der Exakta Varex-Varianten und verschiedene Ausführungen der EXA dokumentiert (einschließlich Systemzubehör). Zudem befinden sich verschiedene Produkte der Ihagee aus der Anfangs- und Zwischenkriegszeit im Museumsbestand (u.a. Photoklapp 9×12, Zweiverschluss-Duplex, Exakta VP Modell B, Parvola, Ultrix).

Auch hier wird der Museumsbestand fortwährend erweitert und konnte zuletzt durch die Parvola ergänzt werden. Gleichwohl werden weiterhin wichtige Exponate zur Sammlungsergänzung gesucht (z.B. Klapp-Reflex aber auch verschiedene Exakta-Ausführungen).

Emil Hofert (EHO) / Altissa – vom Boxkamera-Spezialisten zur Altix-Schmiede

Emil Hofert (EHO) / Altissa – vom Boxkamera-Spezialisten zur Altix-Schmiede

Wenn man über Dresdens Kameraindustrie spricht, fallen schnell die „Großen“ – doch gerade die kleineren Betriebe erzählen oft die spannendsten Geschichten. Eine davon beginnt 1904 und führt über EHO-Boxkameras, das Amca-Camera-Werk bis hin zur Altissa und den bekannten Altix-Kleinbildkameras.

1904–1926: Die Anfänge bei Richard Knoll

Den Ursprung bildet die „Photographische Manufaktur Ingenieur Richard Knoll“, gegründet1904 in Dresden. Hier entstanden zunächst fotografische Artikel und Geräte in eher manufakturartigen Strukturen. Bemerkenswert ist, dass der Manufakturbetrieb in einer Zeit eröffnet wurde, in der auch die Kameraproduktion einen Prozess der Industrialisierung durchlaufen ist. Insbesondere die großen Hersteller, wie Hüttig, Ernemann und Wünsche, fertigten ihre Produkte mittlerweile weitestgehend industriell in entsprechenden Stückzahlen.

1926 übernimmt Emil Hofert den Betrieb; 1927 lautet die Firmierung „Fabrik photographischer Artikel Emil Hofert vorm. Richard Knoll“. Hofert setzt bewusst auf einen Kameratyp, den viele Dresdner Konkurrenten zu jener Zeit kaum bedienen: Boxkameras – einfach, robust, preiswert. Seine Leitidee: Auch Menschen mit kleinem Geldbeutel sollen eine einfach zu bedienende, aber ordentlich arbeitende Kamera erwerben können. Ab 1931 wird daraus die „Eho Kamera-Fabrik GmbH“ – der Name EHO (oft als Markenlogo auf der Front) wird zum festen Begriff.

Der Hersteller brachte eine ganze Reihe typischer Rollfilm-Boxen (meist 120er Rollfilm, 6×9 cm) heraus, wie zum Beispiel:

  • EHO Box 152 (um 1932): 6×9-Boxkamera, häufig mit EHO Duplar 1:11/110 mm, einfacher Rotationsverschluss.
  • EHO Box 180 (späte 1930er): klassische 6×9-Box, zeitgenössisch als sehr solide Gebrauchskamera bekannt; Preisangaben in RM zeigen den Anspruch, erschwinglich zu bleiben.

Solche Kameras stehen heute vielleicht nicht für „High-End“, aber sie sind Zeitzeugen dafür, wie die Fotografie alltagstauglich wurde – denn für viele Menschen waren die besser ausgestatteten Klapp- und Laufbodenkameras der damaligen Zeit nicht im Budget – ganz zu schweigen von den hochwertigen Leicas, Contax oder Exaktas, die für die meisten Zeitgenossen ein unerfüllbarer Traum blieben.

Eine unter Sammlern beliebte Besonderheit ist die EHO Stereo-Box. Wie der Name es schon verrät handelte es sich hierbei um eine Boxkamera mit Doppelobjektiv, die einen verhältnismäßig günstigen Einstig in die eigentlich teure Stereofotografie ermöglichte.

Nach Hofert: Berthold Altmann, Amca und der Schritt zur Kleinbildkamera

Nach Emil Hoferts Zeit übernimmt Berthold Altmann die Firma (in verschiedenen Quellen wird das um Herbst 1934/Januar 1935 verortet). Der Betrieb hat Mitte der 1930er Jahre etwa 60 Beschäftigte – für Dresdner Verhältnisse ein kleiner, aber ernstzunehmender Hersteller. Altmann versucht nun, aus der reinen „Boxkamera-Nische“ herauszukommen. Neben wachsenden Ansprüchen der Käuferschaft hat sich auch das Marktumfeld mittlerweile gewandelt. Die meisten Hersteller führten nunmehr auch Boxkameras in ihrem Portfolio. Teilweise wurden diese besonders günstig auf den Markt gebracht, um im Nachgang vom Absatz der Filme profitieren zu können. Das prominenteste Beispiel für diese Marktstrategie ist die „4-Mark-Box“ der AGFA. Unter den Bemühungen, das Sortiment über das Niveau einfacher Boxkameras anzuheben, sind vier Modelle hervorzuheben. Zum einen entwickelte EHO Boxkamera-Modelle weiter. Hier ist zum einen die Altissa-Box zu benennen, deren Funktionsumfang weiterhin in der üblichen Leistungsklasse einer Boxkamera lag, jedoch zur deutlich komfortableren Arbeit einen großen Durchsichtsucher besaß, der auf der Gehäuseoberseite angebracht war. Zum anderen soll die Super Altissa Erwähnung finden: Ebenfalls im Grunddesign eine Boxkamera, aber mit einem Zentralverschluss mit der schnellsten Verschlusszeit von 1/100s sowie einem fokussierbaren Objektiv mit Lichtstärke 3.5 oder 4.5 ausgestattet, kann diese Kamera als Übergang zwischen Box und klassischer Rollfilmkamera angesehen werden. Mit der Altiflex betrat EHO 1937 das Segment der zweiäugigen Spiegelreflexkameras (TLR). Bezüglich der technischen Ausstattung und Leistungsmerkmale kann die Kamera mit der bekannteren Reflekta der Firma Richter aus Tharandt verglichen werden. Bereits 1938 folgte eine leicht verbesserte Altiflex 2, die nunmehr über eine Doppelbelichtungssperre und eine zusätzlichen Sportsucher verfügte. Die bedeutendste und nachhaltigste Innovation stellte jedoch die im Jahr 1938 vorgestellte Altix dar. Mit diesem Modell präsentierte das Unternehmen seine erste Kleinbildkamera. Die Altix ist der große Name, der aus dieser Firmengeschichte herausragt. Kriegsbedingt wird die Fertigung früh wieder eingestellt, jedoch 1947 wieder aufgenommen. Ihre Blüte erlebt die Kamera in den 1950er-Jahren, in denen sie eine bedeutende Rolle für den heimischen Konsumgütermarkt der DDR spielt und stetig weiterentwickelt wird.

1940 wählt Altmann den Namen „Amca-Camera-Werk Berthold Altmann“ (Amca = Altmann-Cameras). 1941 setzt sich schließlich der Name Altissa durch – der Markenname, der bis heute am bekanntesten geblieben ist. Während des Zweiten Weltkriegs wird – wie bei vielen Betrieben – die Produktion auf Rüstungsgüter umgestellt. Das Werk wird bei den Luftangriffen im Februar 1945 nahezu vollständig zerstört.

1946–1952: Neubeginn in Dresden – Altissa und die Rückkehr der Altix

Trotz der Zerstörung gelingt 1946/47 ein Neustart: rund 30 ehemalige Mitarbeiter nehmen die Arbeit am Standort Blasewitzer Straße 17 wieder auf. Ab 1948 läuft die Fertigung teils unter dem Namen ALDO-Feingeräte GmbH (u. a. Zubehör, Mikroskope). Gleichzeitig gewinnt die Kameraproduktion wieder an Bedeutung.

1952–1959/60: Verstaatlichung, VEB Altissa – Wachstum und Modellvielfalt

1952 wird der Betrieb verstaatlicht und firmiert als VEB Altissa-Camera-Werk (bzw. in Varianten der VEB-Bezeichnung). In dieser Phase wächst das Werk deutlich: für 1951 werden etwa 160 Beschäftigte, für 1953 rund 300 genannt.

Neben den Altix-Kameras gibt es weiterhin einfache Kameras für den breiten Markt, etwa die Altissa-Box (bis ca. 1957): kleine 6×6-Boxkamera, z. B. mit Altissar Periskop 1:8, Fixfokus und einfachem Verschluss (B und ca. 1/25 s), wie sie bereits vor dem Krieg produziert wurde.

In den 1950er Jahren entsteht eine ganze Reihe von Altix-Varianten – heute ein dankbares Sammelgebiet:

  • Altix I (ab 1938; nach 1947 wieder): früher Einstieg in die Kleinbildfotografie.
  • Altix II (1948)
  • Altix III (1949)
  • Altix IIIA (1950; Einführung des 24×36-Formats)
  • Altix IV (1952)
  • Altix V (1954; Einführung wechselbarer Objektive mit Altix-Bajonett)
  • Altix-n und Altix-nb (1958), wobei das „b“ für (zunächst aufgesetzten, später integrierten) Belichtungsmesser steht.

Bis zur Altix III sind quadratische Aufnahmen (24×24 mm) typisch; ab der Altix IIIA setzt sich 24×36 mm durch – also das klassische Kleinbildformat.

Eine weniger bekannte Besonderheit ist die Altuca; eine Tubuskamera für 120er-Film im Aufnahmeformat 6 x 6 cm, die Mitte der 1950er-Jahre gefertigt wurde.

1959–1960: Eingliederung – das Ende der Selbstständigkeit

1959 wird das Altissa-Werk in den Großbetrieb VEB Kamera- und Kinowerke Dresden eingegliedert (später Teil der Pentacon-Strukturen). Damit endet die rechtliche Eigenständigkeit; die Produktion unter dem Markennamen Altissa läuft in der Folge aus – um 1960 ist diese Phase im Kern abgeschlossen.

EHO/Altissa im Sächsischen Kameramuseum

Das SKM verfügt über einen interessanten Bestand an Kameras der EHO bzw. Altissa. Neben verschiedenen Vor- und Nachkriegsmodellen der Altissa-Box (u.a. die seltene Ausführung mit Lichtschachtsucher) befindet sich auch eine Altiflex 2 im Musemsbestand. Einen logischen Schwerpunkt der Sammlung bilden die verschiedenen Altix-Ausführungen. Erst kürzlich zugegangen ist zudem die Altuca-Rollfilmkamera. Gesucht werden insbesondere die Super-Altissa und Altix 1, aber auch die verschiedenen Ausführungen der klassischen Boxkameras.

Goltz & Breutmann / Mentor‑Kamerafabrik – Kameras von Format

Goltz & Breutmann / Mentor‑Kamerafabrik – Kameras von Format

Die Mentor‑Kamerafabrik – offiziell „Goltz & Breutmann OHG Fabrik photographischer Apparate“ – war ein bedeutender deutscher Kamerahersteller mit Sitz in Dresden, dessen Produkte vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1970er‑Jahre hinein professionellen und ambitionierten Fotografen dienten. Der Ruf des Herstellers basierte primär auf dessen großformatigen Spiegelreflexkameras, die über mehrere Jahrzehnte weite Verbreitung in Fotostudios fanden.

Frühzeit und wirtschaftliche Herausforderungen

Gegründet wurde das Unternehmen 1898 in Berlin von Hugo Breutmann, einem Feinmechaniker, der ein Werk für fotografische Apparate aufbaute. Bereits 1899 trat der kaufmännisch versierte Frantz Goltz als Mitinhaber bei. Der Betrieb produzierte früh moderne Schlitzverschluss‑Kameras, die sich technisch von vielen Mitbewerbern abhoben. Goltz schied bereits in den Berliner Jahren wieder aus dem Unternehmen aus. An seine Stelle trat der Geschäftsmann Gustav Adolf Heinrich. Diese Änderung in den Besitzverhältnissen führten jedoch nicht zur Änderung des Firmennamens.

1906 verlegte Goltz & Breutmann den Betrieb nach Dresden in das damalige Zentrum der deutschen Kameraindustrie. Dort wuchs das Unternehmen in einem Umfeld auf, das durch starke Konkurrenz geprägt war: Neben Firmen wie ICA und Ernemann versuchten zahlreiche kleinere Hersteller, ihren Platz zu finden.

Die wirtschaftliche Lage in den 1920er und frühen 1930er Jahren war geprägt von großer Instabilität: Inflation, schwankende Nachfrage im Kameramarkt und der zunehmende Konkurrenzdruck – gerade durch große Marken wie Zeiss Ikon – führten zu Belastungen. Nach der Weltwirtschaftskrise ab 1929 geriet das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten; der damalige Geschäftsführer Adolf Heinrich verstarb im Jahr 1935, was die Lage zusätzlich verschärfte und zum Niedergang des Unternehmens führte.

Schließlich übernahm 1944 der Mechanikermeister Rudolf Großer die Konkursmasse der Mentor‑Kamerafabrik und setzte mit einem kleinen Team von 15 Mitarbeitern die Produktion fort – als Einzelfertigung und in deutlich reduzierter Kapazität. Dies war kein sofortiger Neustart großer Serienfertigung, sondern vielmehr ein beharrliches Bemühen, die Marke am Leben zu halten.

Bedeutende Modelle vor dem Zweiten Weltkrieg

In den Jahrzehnten vor dem Zweiten Weltkrieg baute Mentor eine Reihe technisch interessanter Kameras, die sich vor allem an professionelle Anwender richteten:

  • Mentor Reflex (9×12 cm) – klassische Platten‑SLR aus den 1910er bis 1930er Jahren, die robust und zuverlässig im Atelier‑ und Portraitbetrieb eingesetzt wurde.
  • Mentor Klapp-Reflex – eine einäugige Spiegelreflexkamera mit drehbarem Kassettenrahmen zur Hoch‑ und Querformat‑Aufnahme; sie bot Wechselobjektive und einen mechanischen Schlitzverschluss mit bis zu 1/1300 s und wurde ab 1913 in verschiedenen Formaten von 6,5 x 9 cm bis 13 x 18 cm gefertigt.
  • Mentor Stereo-Reflex – Stereo-Spiegelreflexkamera im Format 9 x 18 cm, produziert in den 1920er-Jahren.
  • Mentor Dreivier – eine kompakte Sucherkamera für 127 Rollfilm (3×4 cm), typisch für die Übergangszeit zur Rollfilmfotografie.
  • Mentorett (ca. 1935–36) – eine seltene TLR‑artige Zweiäugige Spiegelreflexkamera für 6×6 cm, mit besonderen mechanischen Lösungen für Filmtransport und Verschlusszeiten, die den Mitbewerbern eigene Wege bot.

Diese Modelle zeigen das breite Spektrum der Vorkriegsproduktion von Mentor: von großformatigen Atelier‑SLRs bis zu kompakteren Rollfilmkameras, die sich in Gestaltung und Funktion stark voneinander unterschieden. Kernbereich bleib aber stets das Großformat, während man in den übrigen – hart umkämpften – Segmenten nicht nachhaltig fußfassen konnte.

Krieg, Wiederaufbau und DDR‑Periode

Der Bombenangriff auf Dresden im Februar 1945 zerstörte große Teile der Fabrik. Großer, der zu diesem Zeitpunkt bereits die Fertigung in kleinem Umfang wieder aufgenommen hatte, musste praktisch von null beginnen. Schon 1945 setzte er mit wenigen Mitarbeitern Reparatur‑ und Produktionsarbeiten fort, die schließlich 1948 in die Vorstellung der ersten nachkriegsgefertigten Atelier‑Spiegelreflexkamera im Format 9×12 cm mündeten, kurz darauf ergänzt um ein Modell für 6,5×9 cm.

In den 1950er Jahren erweiterte Mentor das Angebot: So entstand um 1953 eine Reisekamera im Format 13×18 cm, die jedoch aufgrund fehlender Studioeigenschaften nicht den gewünschten Markterfolg brachte.

Ein technisch interessantes Nachkriegsmodell war die Mentor Studio (13×18 cm) – eine transportable Laufbodenkamera mit doppeltem Auszug und vielseitigen Verstellmöglichkeiten. Ihre Konstruktion mit Fokalebenenverschluss ermöglichte die Nutzung unterschiedlichster Objektive, auch historischer Typen. Dieses Modell blieb bis in die 1970er‑Jahre in Produktion und wurde später unter dem VEB‑Namen weitergebaut.

1965 erschien die letzte neue Kamera der Mentor-Werke. Mit den Modellen Panorama 1 und 2 wurde erstmalig in der DDR eine Großformatkamera auf dem Prinzip der optischen Bank produziert, wie sie in der BRD u.a. von Linhof angeboten wurde – mit einem wesentlichen Unterschied: Auch bei der Panorama setzte Mentor auf den Schlitzverschluss auf Fokalebene und blieb damit seiner Konstruktionstradition treu. Dies war nicht zuletzt auf den Mangel an geeigneten Zentralverschlüssen in der DDR zurückzuführen. Gleichwohl bot dieses Prinzip weiterhin den Vorteil eine Vielzahl an Objektiven an der Kamera einsetzen zu können.

Verstaatlichung und Ende der Marke

Nach dem Tod Rudolf Großers 1968 übernahm sein Sohn Claus den Betrieb. Durch die wirtschaftliche Entwicklung der DDR wurde 1972 eine Verstaatlichung durchgeführt und die Firma als VEB Mentor Großformat‑Kameras Dresden weitergeführt. Ab 1980 wurde das Unternehmen in das Kombinat VEB Pentacon Dresden eingegliedert, wodurch der ursprüngliche Name „Mentor“ als eigenständige Marke endete, auch wenn die Produktion von Großformatkameras innerhalb des Kombinats fortbestand.

Ernemann – Dresdner Kamerapionier und Wegbereiter der modernen Foto- und Kinotechnik

Ernemann – Dresdner Kamerapionier und Wegbereiter der modernen Foto- und Kinotechnik

Dresden war über Jahrzehnte hinweg ein Zentrum der optischen Industrie, und ein Name, der eng mit dieser Tradition verbunden ist, ist Ernemann. Das Unternehmen, das Ende des 19. Jahrhunderts gegründet wurde, zählte zu den führenden Herstellern von Foto- und Filmkameras und leistete – im Wettstreit mit dem lokalen Konkurrenten ICA – einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der modernen Fototechnik.

Heinrich Ernemann – Der Visionär hinter dem Unternehmen

Johann Heinrich Ernemann wurde am 28. Mai 1850 in Gernrode im Eichsfeld geboren. Er war ein deutscher Unternehmer und Erfinder in der Foto- und Kinogeräteindustrie sowie Gründer der Ernemann-Werke AG. 1876 kam Ernemann nach Dresden und übernahm dort ein Kurzwarengeschäft. 1889 verkaufte er dieses und wurde Teilhaber der Kameratischlerei von Wilhelm Franz Matthias an der Pirnaer Straße. Dieses Unternehmen entwickelte sich später zu den renommierten Ernemann-Werken.

Die Anfänge und Aufstieg zum international bedeutsamen Hersteller

Anfangs spezialisierte sich das Unternehmen auf die Produktion von Fotokameras und Projektoren. Dank innovativer Entwicklungen und einer hohen Fertigungsqualität wuchs Ernemann schnell. Heinrich Ernemann verzichtete im Jahr 1909 auf die Einbringung seines Unternehmens in die neu gegründete Internationale Camera Actiengesellschaft (ICA), die sich in Dresden aus den wesentlichen Mitbewerbern formierte. Die ICA entstand durch den Zusammenschluss der Hüttig AG Dresden, der Emil Wünsche AG Dresden, der Kamerafabrik Krügener in Frankfurt am Main und der Abteilung Palmos Camerabau von Carl Zeiss Jena. Getrieben wurde dieser Fusionsprozess durch Carl Zeiss in Jena. Der Konzern verfolgte die Strategie, durch Fusionen und feindliche Übernahmen eine marktbeherrschende Stellung in der Optik-, Foto- und Kinoindustrie zu erlangen bzw. zu verfestigen. Mit dieser Zielstellung strebte Zeiss auch die Eingliederung der Firma Ernemann in die ICA an. Heinrich Ernemann folgte jedoch nicht dem Lockruf aus Jena und entschied sich für die Eigenständigkeit seines Unternehmens, dass im Jahr 1909 bereits zu den weltweit größten Kameraherstellern zählte. Die Ernemann AG blieb nicht nur unabhängig, sondern auch einer der bedeutendsten Mitbewerber der ICA. Diese Konkurrenz der beiden großen Dresdener Hersteller trug wesentlich zum Innovationsschub des Kamerabaus an der Elbe bei und festigte weiter die international herausstechende Rolle des sächsischen Kamerabaus.

Besonders bekannt wurde Ernemann durch seine Plattenkameras, die für ihre Robustheit und Präzision geschätzt wurden. Auch im Bereich der Filmprojektoren setzte das Unternehmen Maßstäbe. Diese Entwicklung wurde durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Krupp-Konzern nach dem 1. Weltkrieg beflügelt und leistete einen ganz erheblichen Beitrag zum Weltruhm der Firma Ernemann.

Innovation und das Markenzeichen: Der Ernemann-Turm

Zu den herausragenden Innovationen des Unternehmens gehörten unter anderem die Ernemann Spiegelreflexkameras und die Einführung der Hochgeschwindigkeitsobjektive Ernostar, die besonders in der professionellen Fotografie große Anerkennung fanden. Ein Symbol der Firma war der markante Ernemann-Turm, der heute noch als Wahrzeichen des ehemaligen Werksgeländes in Dresden steht. Das Werk an der Schandauer Straße wurde 1898 bezogen und steht wie kein anderes Gebäude für die Bedeutung, aber auch den Wandel, der Dresdner Fotoindustrie. Heute beherbergt es die Technischen Sammlungen der Stadt Dresden, die sich u.a. mit einer sehr sehenswerten Ausstellung der Fotostadt Dresden widmen.

Das Hauptwerk an der Schandauer Straße und die beiden Betriebszweige (links: Kino- und Optikwerk, rechts: Filmplattenwerk); Die Darstellung aus dem Jahr 1922 enthält teilweise Gebäude(teile), deren Bau noch in der Planung war (z.B. Ernemann-Turm) [c. Ernemann-Werke A.G. 1922]

Die Bedeutung der Ernemann-Kinoprojektoren

Heinrich Ernemann erkannte früh das Potenzial der Kinematographie und begann bereits 1903 mit der Produktion von Kinogeräten. Ein bedeutender Meilenstein war die Einführung des „Imperator“ im Jahr 1909, des ersten vollständig aus Stahl gefertigten Kinoprojektors. Dieses robuste Design setzte neue Standards in der Branche und wurde in verschiedenen Ausführungen produziert. Ein Exemplar des „Imperator“ kann im Filmmuseum Potsdam besichtigt werden.

Ein weiterer technischer Durchbruch gelang mit dem „Ernemann VII B“ in den 1930er Jahren. Dieser Projektor, der für große Filmtheater konzipiert war, integrierte erstmals die Abtastung des Lichttons direkt im Laufwerk, was die Synchronisation von Bild und Ton erheblich verbesserte. Er wurde bis in die 1940er Jahre produziert und galt als technischer Meilenstein in der Filmprojektionstechnik.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Zeiss-Ikon AG die Produktion von Filmprojektoren unter dem Markennamen Ernemann fort. Modelle wie der „Ernemann VIII“, „VIIIb“, „IX“, „X“ und „12“ bauten auf dem Erfolg des „Ernemann VII B“ auf. Diese Projektoren zeichneten sich durch ihre hohe Haltbarkeit aus und waren bis in die 1970er Jahre in Kinos weltweit im Einsatz.

Besondere Kameramodelle und technologische Errungenschaften

Ernemann brachte zahlreiche bemerkenswerte Kameramodelle auf den Markt, die sich an unterschiedlichste Zielgruppen und Anforderungen richteten. Dazu gehörten:

  • Ernemann Heag: Reihe unterschiedlich ausgestatteter Plattenkameras in den Formaten 4,5×5 bis 13×18, die weite Verbreitung fanden und in ihren günstigen Modellreihen unter Amateurfotografen beliebt waren.
  • Ernemann Bob: Kompakte Faltkameras (für Rollfilm und Platten) für den gehobenen Amateurmarkt, die in unterschiedlichen Formaten und Ausstattungen seit ca. 1900 angeboten wurden. Die Abbildung zeigt eine Bob 0 und wurde einem Katalog aus dem Jahr 1912 entnommen.
  • Ernemann Klapp und Klapp-Miniatur: Hochwertige Klappkameras mit schnellem Tuchschlitzverschluss und Durchsichtsucher. Wurde seit 1901 in verschiedenen Ausführungen gefertigt. Besonders funktional und transportabel, ideal für Reisefotografie.
  • Ermanox: Eine Kamera mit dem legendären Ernostar-Objektiv, das außergewöhnlich lichtstark war und die Fotografie bei schlechten Lichtverhältnissen revolutionierte.

Fusion und Weiterführung als Zeiss Ikon

1926 fusionierten die Ernemann-Werke mit der Optischen Anstalt C. P. Goerz, der ICA und Contessa-Nettel zur Zeiss Ikon AG. Mit dieser Fusion endete nach 37 Jahren die Geschichte des Familienunternehmens Ernemann.

Auch nach der Fusion blieben die Ernemann-Produkte ein Synonym für höchste Qualität. Viele der damaligen Entwicklungen fanden Eingang in die späteren Modelle der Zeiss Ikon-Kameras. So wurde die beispielsweise die Ermanox noch bis Anfang der 1930er als Spitzenprodukt der Zeiss Ikon gebaut und vertreiben. Mit der Zeit mussten jedoch auch zahlreiche Ernemann-Modelle der logischen und gewiss auch notwendigen Konsolidierung der Produktpalette weichen. Insbesondere bedeutete der Verlust der Eigenständigkeit nach 1926 ein Ende der Objektivproduktion, welche im Zeiss-Konzern den Jenaer und Saalfelder Standorten vorbehalten war. Auch die Zentralverschlussfertigung mit den beliebten und leistungsstarken Chronos-Modellen der Ernemann-Werke fand im neuen Unternehmen keinen Platz mehr. Diese wichtigen Teile flossen dem mitteldeutschen Kamerabau nun mehr fast ausschließlich aus den Häusern Gauthier und Deckel zu, die ebenfalls eng mit Zeiss verbunden waren. Ebenfalls nicht gehalten wurde Ernemanns Produktion photographischer Platten, welche 1928 eingestellt wurde. Das Plattenwerk in Bannewitz wurde anschließend für die Herstellung anderer Zeiss-Ikon-Produkte weitergenutzt.

Ernemanns Erbe in der modernen Fotografie

Obwohl der Name Ernemann als eigenständige Marke nach der Fusion verschwand (mit Ausnahme der Modellbezeichnung einiger Kinoprojektoren), bleibt sein Vermächtnis in der Geschichte der Fotografie lebendig. Die technischen Errungenschaften und die Innovationskraft des Unternehmens legten den Grundstein für viele Entwicklungen in der Kameratechnik. Heute erinnern der Ernemann-Turm in Dresden und zahlreiche erhaltene Kameramodelle an die Glanzzeit dieses Pioniers der Fotografie.

Mit seiner Innovationskraft, seiner Präzision und seinem Einfluss auf die Kameratechnik hat Ernemann ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der Fotografie geschrieben. Mit der Übernahme durch Zeiss Ikon wurden die Ressourcen und Kompetenzen der Branche am Standort Dresden weitergebündelt und einer der weltweit bedeutsamsten Konzerne der damaligen Zeit gebildet. Gleichzeitig führte die Aufgabenteilung im Konzern aber gleichzeitig auch erstmals zu einem Kompetenzverlust im sächsischen Raum. Dies gilt insbesondere für die Fertigung von Zentralverschlüssen und den Objektivbau.

ICA Dresden – Ein Gigant der frühen Kameraproduktion

ICA Dresden – Ein Gigant der frühen Kameraproduktion

Die Internationale Camera Actiengesellschaft, kurz ICA, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts einer der größten Kamerahersteller weltweit. 1909 in Dresden gegründet, entstand das Unternehmen aus dem Zusammenschluss mehrerer renommierter Kameraproduzenten: Hüttig AG, Wünsche AG, Krügener sowie der Palmos-Kamerabauabteilung der Carl Zeiss Jena. Ziel war es, die Kräfte zu bündeln und der wachsenden Konkurrenz in der Fotobranche mit einer starken Marke entgegenzutreten. Die ICA war in der Zeit ihres Bestehens der größte Kamerahersteller Europas.

1912 erweiterte ICA ihr Geschäft durch die Eingliederung des Schweizer Herstellers Zulauf, wodurch die internationale Marktstellung weiter ausgebaut wurde. In den 1920er Jahren intensivierte ICA zudem die Zusammenarbeit mit Contessa-Nettel (Stuttgart), was bereits vor der Fusion zur Zeiss Ikon AG eine enge Verbindung zwischen den Unternehmen schuf und den technologischen Austausch förderte. Durch diese Entwicklungen wurde ICA zur dominierenden Kraft auf dem europäischen Kameramarkt und konnte sich mit innovativen Entwicklungen international etablieren. Gleichzeitig bedeutete die Gründung der ICA mit der Verschmelzung der beiden Dresdener Hersteller Wünsche und Hüttig nicht nur den ersten großen Konzentrationsprozess innerhalb der sächsischen Kameraindustrie, sondern ebenso einen wachsenden Einfluss der Carl Zeiss Jena, als bedeutende Gesellschafterin der ICA.

Produktvielfalt und Innovationen

ICA war bekannt für eine breite Palette an Kameramodellen, die von einfachen Amateurgeräten bis hin zu professionellen Großformatkameras reichte. Besonders populär waren die Klappkameras, die eine kompakte Bauweise mit leistungsfähiger Optik kombinierten. Ebenso trugen Plattenkameras und Spezialgeräte zur großen Beliebtheit der Marke bei.

Das Portfolio der ICA beinhaltete eine immense Fülle an Laufboden-Plattenkameras. Eine weitverbreitete Modellreihe war die ICA Ideal in den verschiedenen gängigen Platten- bzw. Planfilmformate mit doppeltem Auszug. Gerichtet waren diese Modelle insbesondere an ambitionierte Amateurfotografen. Damit steht diese Baureihe aber nur als ein Beispiel an einer – insbesondere in den Anfangsjahren – schier unüberschaubaren Masse an unterschiedlichen Plattenkameramodellen, deren Konstruktion und Ausstattung sich häufig ähnelten bzw. glichen. Allein im Katalog des Jahres 1912 werden über 20 Modellbezeichnungen für Laufbodenkameras im Format ab 6,5 x 9 bis 13 x 18 cm genannt. Diese differenzierten sich nochmals in unterschiedlichste Ausführungen (Format, Objektiv, Verschluss) aus.

Insbesondere in den ersten Jahren wurde auch eine Fülle an klassichen, großformatigen Atelierkameras angeboten, die Dimensionen bis zu einem Aufnahmeformat von 80 x 100 cm annahmen. Auch Stativ- und Reisekameras sowie Rollfilmapparate gehörten zum Portfolio. Eine recht bekannte Vertreterin der letzteren Gattung war die ICA Icarette, die 1912 auf den Markt kam und bis ca. 1934 (seit 1926 unter Zeiss Ikon) fortgeführt wurde. Mit der Eingliederung des kleinen Züricher Herstellers Zulauf im Jahr 1912 wuchs die Produktpalette der ICA um zwei recht bekannte Modelle: die Spreizenkamera Bébé und die Stereokamera Polyscop. Firmengründer und -eigner Gottlieb Zulauf wurde mit der Fusion Technischer Direktor bei ICA. Die Produktion der Schweizer Modelle wurde nach Dresden verlagert.

Die Bandbreite der Produktpallette umfasste nicht nur verschiedenste Kamerabauarten, sondern ebenso Projektoren, Vergrößerungsgeräte, Stereobetrachter, Objektive, Stative, Kamerataschen, einfache Belichtungsmesser, Laborutensilien und viele weitere Zubehörteile. Dabei ging die Angebotsvielfalt der ICA weit über das übliche Portfolio der Mitbewerber hinaus und hielt auch das eine oder andere Kuriosum: Bemerkenswert ist u.a. das in der Preisliste 1912/13 gelistete Leiterstativ mit einer Höhe bis zu 4 Metern. Auch ganze Studioausstattungen und -dekorationen wurden von ICA gefertigt und angeboten: Von der Hintergrundleinwand über die Sitzgruppe bis hin zu Gestaltungselementen wie Säulen und Brückenattrappen.

Einen kleinen Einblick in die Produktvielfalt der ICA gibt dieses Werbeblatt aus dem Jahr 1916.

Ein wichtiger Aspekt der Produktstrategie im Kerngeschäft der Kamerafertigung war die Fortführung und Weiterentwicklung bewährter Modelle der Vorgängerunternehmen. So wurden beispielsweise Kameramodelle der Hüttig AG und Wünsche AG modernisiert. Einige der bekanntesten ICA-Kameras haben ihre Wurzeln bei den Vorgängerfirmen. Hierzu zählt beispielsweise die für ihre kompakte Bauweise bekannte ICA Atom, welche bereits vor 1909 von Hüttig produziert wurde. Auch die Produktbezeichnungen wurden häufig fortgeführt (z.B. Hüttig „Atom“ zu ICA „Atom“). Gleichzeitig brachte ICA eigene Neuentwicklungen auf den Markt, darunter verbesserte Klappkameras mit robusteren Gehäusen und optimierten Verschlussmechanismen. So wurde beispielsweise 1912 parallel zur „Atom“ die neuentwickelte „Victrix“ im selben Plattenformat 4,5 x 6 cm eingeführt.

Die Objektive für ICA-Geräte wurden von namhaften Herstellern wie Carl Zeiss, Goerz und Meyer Görlitz zugekauft, wobei selbstverständlich dem Mutterkonzern Carl Zeiss Jena eine besondere Bedeutung zukam. In der Anfangszeit wurden auch durch die ICA Objektive hergestellt, z.B. für die hauseigenen Projektionsgeräte und Großformatkameras. Auch Verschlüsse wurden durch das unternehmen gefertigt, bekannt und verbreitet waren insbesondere der selbstspannende Zentralverschluss Automat und die Tuchschlitzverschlüsse Rekord und Palmos. Wie im Bereich der Objektive gewann mit der Zeit der Fremdbezug von Zentralverschlüssen aus Carl-Zeiss-nahen Unternehmen (Deckel, Gauthier) an Bedeutung.

Fusion zur Zeiss Ikon

Trotz ihres Erfolgs blieb ICA nicht lange als eigenständiges Unternehmen bestehen. 1926 fusionierte sie mit Ernemann, Contessa-Nettel und Goerz zur legendären Zeiss Ikon AG, die fortan den Weltmarkt dominierte. Viele der ICA-Konstruktionen flossen in das Produktprogramm von Zeiss Ikon ein und prägten die Kamerageschichte nachhaltig. Die traditionsreichen Produktionsstätten in Dresden wurden weiter genutzt und trugen wesentlich zur Innovationskraft der neuen Marke bei.

ICA im Sächsischen Kameramuseum

Zu den zahlreichen Exponaten des SKM aus dem Hause ICA zählen u.a. Laufbodenkameras verschiedener Formate aus den Reihen Ideal, Maximar, Trix, Volta und Sirene. Im weniger verbreiteten Format 4,5 x 6 cm finden sich Exemplare der Victrix im Bestand, hervorzuheben ist hier eine Variante, die für Butcher & Son als „Watch Climax“ gefertigt und zugeliefert wurde. Ebenfalls aus der langjährigen Kooperation mit dem britischen Hersteller stammt das Exponat „ICA Reflex“, welches zwar von ICA vertrieben wurde, jedoch aus englischer Produktion stammt. Im Bereich der Rollfilmkameras sind selbstverständlich verschiedene Ausführungen der Icarette hervorzuheben. Das SKM ist um eine ständige Erweiterung der ICA-Bestände bestrebt.

Hüttig AG – Vom Handwerk zur industriellen Kameraproduktion

Hüttig AG – Vom Handwerk zur industriellen Kameraproduktion

Die Hüttig AG war ein bedeutender Kamerahersteller in Dresden und spielte eine zentrale Rolle in der Entwicklung der deutschen Fotoindustrie. Besonders bemerkenswert ist der Wandel des Unternehmens von einer handwerklichen Werkstatt zur industriellen Massenfertigung, der exemplarisch für die gesamte Branche steht.

Die Anfänge: Von der Tischlerei zur Kamera-Manufaktur

Richard Hüttig, ursprünglich Tischler, begann seine Karriere in Berlin, wo er 1862 eine eigene Werkstatt für fotografische Apparate eröffnete. In dieser Zeit war die Kameraproduktion stark handwerklich geprägt: Jede Kamera wurde individuell gefertigt, oft als Einzelstück oder in sehr kleinen Serien. Hüttigs handwerkliches Geschick und sein Verständnis für Holzverarbeitung ermöglichten es ihm, präzise und langlebige Kameragehäuse herzustellen, die schnell gefragt waren.

Aufgrund der wachsenden Konkurrenz in Berlin entschied er sich 1887, nach Dresden zu ziehen. Dort gründete er die „Kunsttischlerei photographischer Apparate Richard Hüttig & Sohn“ und begann mit der Serienproduktion von Kameras. Bereits 1891 war Hüttig der größte Kamerahersteller in Dresden. Mit dem Umzug nach Dresden begann sich die Produktion schrittweise zu verändern: Erste Mechanisierungen wurden eingeführt, um den steigenden Bedarf an Kameras zu decken.

Expansion und der Übergang zur Industrialisierung

1896 verlegte das Unternehmen seinen Sitz an die Schandauer Straße 76 in Dresden-Striesen und begann mit der Erweiterung der Produktionskapazitäten. In dieser Phase fand der entscheidende Wandel von der reinen Manufaktur zur industriellen Fertigung statt. Entscheidende Neuerungen waren:

Modularisierte Bauweise: Statt jede Kamera als Einzelstück zu fertigen, wurden standardisierte Bauteile verwendet, die in größeren Mengen produziert wurden.

Einsatz von Maschinen: Mechanische Holzbearbeitung ermöglichte eine schnellere und präzisere Produktion von Kameragehäusen.

Arbeitsteilung: Die Produktion wurde in mehrere Arbeitsschritte unterteilt, wodurch die Effizienz gesteigert wurde.

Innovation in der Technik: Mit der „Zeus-Spiegel-Kamera“ brachte Hüttig 1896 die erste einäugige Spiegelreflexkamera aus Dresdner Produktion auf den Markt.

Diese Entwicklungen führten dazu, dass Hüttig 1897 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Dies war ein klares Zeichen für die wirtschaftliche Transformation: Statt eines handwerklichen Betriebs war Hüttig nun ein modernes Industrieunternehmen, das sich durch Innovation und Massenfertigung auszeichnete.

Bedeutende Kameramodelle der Hüttig AG

Hüttig brachte eine Vielzahl von Kameramodellen auf den Markt, die anfangs ausschließlich für professionelle Fotografen gefertigt wurden. Zügig wurde die Produktpalette um Amateurkameras erweitert. In diesem Segment hatte sich bereits der Dresdener Mitbewerber Emil Wünsche einen Namen gemacht. Die Modell- und Variantenvielfalt war zu Beginn des 20. Jahrhundert bei Hüttig auf ein kaum mehr zu überblickendes Maß angewachsen (über 90 Grundmodelle mit über 400 Varianten). Neben Fotoapparaten fertigte das Werk auch Filmkameras. Zu den bekanntesten Produkten der Hüttig AG gehören:

Hüttig Detective Camera (1893): Eine frühe handliche Kamera, die durch ihr diskretes Design und einfache Bedienung bestach.

Zeus-Spiegel-Kamera (1896): Die erste einäugige Spiegelreflexkamera aus Dresdner Produktion, die einen präzisen Blick durch das Aufnahmeobjektiv ermöglichte. Die Weiterentwicklung als Modell II im Jahr 1897 erlaubte zudem den Wechsel des Objektivs.

Tropen-Kameras (um 1900): Speziell für den Einsatz in feuchtwarmen Klimazonen entwickelt, mit besonders widerstandsfähigem Material.

Hüttig Klappkamera (1904): Eine kompakte, zusammenklappbare Kamera, die das Reisen erleichterte und sich als beliebtes Modell durchsetzte.

Hüttig Spiegel-Reflex-Künstler-Kamera (1906): Die Spiegelreflexkameras für die professionelle Fotografie galten als im internationalen Vergleich technisch führend und wurden nach der Fusion als Ica Künstler-Reflex fortgeführt.

Herausforderungen und Fusion

Trotz des Erfolgs geriet die Hüttig AG in unternehmerische Schwierigkeiten. Die zu breite Produktpalette, verbunden mit finanziellen Unregelmäßigkeiten, führte 1909 zur Fusion mit mehreren anderen Dresdner Kameraherstellern zur Internationalen Camera Actiengesellschaft (ICA). Dies markierte das Ende der Hüttig AG als eigenständiges Unternehmen, aber auch den Beginn einer noch effizienteren Industrialisierung der Kameraproduktion.

Vermächtnis

Die Hüttig AG legte mit ihren Innovationen und ihrer industriellen Produktionsweise den Grundstein für die spätere Entwicklung der Dresdner Fotoindustrie. Die Fusion zur ICA und die daraus resultierende Weiterentwicklung führten letztlich zur Gründung der Zeiss Ikon AG im Jahr 1926, die den Ruf Dresdens als Zentrum des Kamerabaus weiter festigte. Der Übergang von handwerklicher Fertigung zur industriellen Produktion, den Hüttig vollzogen hatte, wurde zum Vorbild für die gesamte Branche und prägte die Kameraherstellung nachhaltig.

Basic Image Gallery Post

Basic Image Gallery Post

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Maecenas sit amet fermentum dolor, et consectetur elit. Sed gravida dui ac lobortis pretium. Quisque in ante tellus. Nulla facilisi. In vel enim a est faucibus tempus sit amet elementum nisi. Sed eget libero non neque egestas dictum. Integer in arcu facilisis, rhoncus massa nec, facilisis mi. Vivamus aliquet tortor eget convallis egestas. Fusce semper nunc sed est egestas, a pellentesque enim laoreet. Aenean accumsan nunc diam, vel suscipit ante commodo sed. Sed hendrerit magna id magna blandit pharetra. Pellentesque at tempus neque, at mattis nisl.

Adding Icons

    

Adding Gallery

Image Slider Post

Image Slider Post

 

Testing
Testing

Phasellus porta, nibh quis viverra posuere, lectus dui consectetur purus, in placerat nisi orci eget dui. Fusce cursus sapien urna, at sollicitudin sapien sagittis non. Aenean suscipit scelerisque nibh at gravida. Vivamus pretium urna eu quam eleifend, eu fringilla purus rhoncus. Duis iaculis pretium fermentum. Duis at placerat lacus, non luctus dui. Nunc vel enim eu eros congue laoreet. Nunc mollis dui sed consequat cursus. Nam vel nulla mi. Duis fringilla leo blandit augue cursus iaculis.

Phasellus tincidunt cursus libero sed laoreet. Morbi sit amet ipsum vel risus feugiat vulputate vel tincidunt diam. Aliquam ac pharetra mi. Nunc ac imperdiet purus. Vestibulum magna leo, feugiat et venenatis quis, pulvinar eget nulla. Integer lobortis, sem at molestie adipiscing, sapien diam volutpat eros, sed pulvinar erat sem vel lorem. In eu rhoncus augue, id ornare velit. Etiam porttitor placerat gravida. Proin vitae lectus mi. Maecenas venenatis, quam sit amet vehicula consectetur, libero purus porttitor nisl, ut mollis diam dolor vel est. Integer neque ante, feugiat ac tellus a, tristique tempus dolor.

Etiam porttitor placerat gravida. Proin vitae lectus mi. Maecenas venenatis, quam sit amet vehicula consectetur, libero purus porttitor nisl, ut mollis diam dolor vel est. Integer neque ante, feugiat ac tellus a, tristique tempus dolor.

 

Proin rutrum augue ac ornare viverra. Ut at suscipit tellus. Integer ipsum risus, ullamcorper sit amet eros et, pharetra cursus nulla. In hac habitasse platea dictumst. Nulla id egestas libero, ultricies semper lacus. Praesent accumsan bibendum tellus ut pulvinar. Maecenas varius, nunc quis aliquam malesuada, metus leo ullamcorper dolor, in fringilla arcu metus vel neque. Pellentesque habitant morbi tristique senectus et netus et malesuada fames ac turpis egestas. Sed lobortis nisi eget ligula rhoncus sodales. Phasellus eget euismod urna. Nulla blandit pellentesque risus a ornare. Donec ultrices ligula at nibh laoreet ultricies vel sed odio. Praesent porttitor ultrices pellentesque.

Youtube Video Post

Youtube Video Post

Phasellus porta, nibh quis viverra posuere, lectus dui consectetur purus, in placerat nisi orci eget dui. Fusce cursus sapien urna, at sollicitudin sapien sagittis non. Aenean suscipit scelerisque nibh at gravida. Vivamus pretium urna eu quam eleifend, eu fringilla purus rhoncus. Duis iaculis pretium fermentum. Duis at placerat lacus, non luctus dui. Nunc vel enim eu eros congue laoreet. Nunc mollis dui sed consequat cursus. Nam vel nulla mi. Duis fringilla leo blandit augue cursus iaculis.