Die Beirette SL100 N ist eine typische Kleinbild-Sucherkamera aus der späten DDR-Produktion. Sie wurde von der VEB Kamerafabrik Freital im Auftrag des VEB Carl Zeiss Jena zwischen 1987 und 1989 gebaut und gehört zur bekannten Reihe einfacher, alltagspraktischer Kameras, die in der ehemaligen DDR weit verbreitet waren.
Diese Kamera arbeitet mit dem SL-Film-System – einem Schnellladefilm in Kunststoffkassetten, der ohne Umspulen direkt von einer zur nächsten Patrone transportiert wurde. Das Format entspricht dem klassischen Kleinbildfilm 24 × 36 mm, mit dem sowohl Schwarz-Weiß- als auch Farbfilme eingesetzt werden konnten.

Das Gehäuse der Beirette SL100 N ist aus farbigem Kunststoff gefertigt. Neben der hier gezeigten Ausführung in orange wurde die Kamera auch in den weiteren Tönen Gelb, Grün, Rosa und Schwarz gefertigt.
Das fest eingebaute Objektiv vom Typ Chromar hat eine Brennweite von etwa 50 mm und bietet eine moderate Lichtstärke, die zusammen mit dem Sucher eine kompakte und leichte Kamera ergab. Der Verschluss bot neben der Langzeitbelichtung B die Auswahl zwischen ca. 1/125 sec. und ca. 1/30 sec. Die Zeiten waren über die Symbole Sonne und Wolke einstellbar. Die 1/30 war zugleich Blitzsynchronzeit. Die Bedienung war bewusst unkompliziert gehalten, so dass dieses Modell sowohl für Einsteiger als auch als Zweitkamera beliebt war. Die Fokussierung erfolgte über eine durch Symbole gekennzeichnete Sektoreinstellung (Portrait, Gruppe, Landschaft). Der Filmtransport erfolgte durch einen Schiebeschalter auf der Rückseite. Technisch wie gestalterisch spiegelt die Beirette SL100 N den Stand der fotografischen Massenproduktion einfachster Kameras in der DDR kurz vor dem Ende der Ära wider. Insbesondere steht sie für die Hinwendung des ehemaligen Beier-Werks zu diesem Segment, welche seit den 1960er Jahren forciert wurde.