Zeh – „Zeca“-Kameras aus Dresden-Löbtau

Ein eher kleiner Name – aber ein bemerkenswerter Teil der Dresdner Kameraindustrie:
Die Firma Paul Zeh fertigte in Dresden-Löbtau über mehrere Jahrzehnte Kameras und fotografisches Zubehör. Unter dem Markennamen Zeca entstanden Modelle, die heute vor allem unter Sammlern geschätzt werden – nicht zuletzt wegen ihrer eigenständigen Konstruktionen.

Die Firma wurde 1902 gegründet und begann zunächst mit der Herstellung fotografischer Bedarfsartikel und Verschlüsse. Schritt für Schritt entwickelte sich daraus eine eigene Kameraproduktion.

Spätestens in den 1920er Jahren trat der Betrieb als „Zeh-Camera-Fabrik Paul Zeh“ auf. Der Firmensitz befand sich in Dresden-Löbtau, Deubener Straße 29 – einem Stadtteil, der damals Teil des bedeutenden Dresdner Industrieumfeldes war.

Markenname „Zeca“ und Modellvielfalt

Die Kameras wurden überwiegend unter dem Namen Zeca vertrieben. Die ersten Jahre waren geprägt von einfachen bis besser ausgestatteten Laufbodenkameras, die sich nicht wesentlich von den Amateurprodukten der Mitbewerber unterschieden (z.B. Zeca, Zeca Junior, Zeca Sport). Mit der Zeit erweiterte und differenziert Zeh die Produktpalette. Hinzu kamen u. a. Mittelformat-Faltkameras wie die Bettax.

Ein besonders bekanntes Modell ist die Goldi, eine kompakte Faltkamera im Format 3×4 cm. Bemerkenswert ist, dass baugleiche oder sehr ähnliche Kameras auch unter anderen Namen verkauft wurden. Das deutet darauf hin, dass Paul Zeh teilweise auch für andere Anbieter produzierte.

Zu den interessantesten Kameras des Herstellers zählt die Zeca-Flex (um 1937). Dabei handelt es sich um eine ungewöhnliche Kombination aus zweiäugiger Spiegelreflexkamera (TLR) und Mittelformat-Faltkamera für den Filmtyp 120. Diese Verbindung war zur damaligen Zeit technisch anspruchsvoll und selten. Ziel war es, die Vorteile einer Spiegelreflexkamera mit der Kompaktheit einer Klappkamera zu vereinen. Als Konstrukteur gilt Ernst Zeh, ein Angehöriger der Familie. Für die Bauweise wurde Mitte der 1930er Jahre ein Patent erteilt. Heute gehört die Zeca-Flex zu den seltenen und gesuchten Sammlerstücken.

Wie für die meisten Hersteller endete auch für Zeh die Kameraproduktion 1940 aufgrund der Umstellung auf Kriegswirtschaft. Eine erneute Aufnahme der Kameraproduktion nach dem Krieg ist nicht bekannt. Die Firma erlosch 1948.

Zeh im Sächsischen Kameramuseum

Das Sächsische Kameramuseum kann einige Exponate des Herstellers Paul Zeh sein Eigentum nennen. Neben der einfachen Plattenkamera Zeca Junior und weiteren Laufbodenkameras, wie der Zeca Sport, sind wir besonders stolz auf ein gut erhaltenes Exemplar der seltenen und technisch interessanten Zeca-Flex.

Die Geschichte der Firma ist eher lückenhaft dokumentiert. Sollten Sie eine Zeh-Kamera besitzen oder Hinweise zur Firmengeschichte geben können, freut sich das Museum über Ihre Nachricht.

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